Das Hamburg House, das 2010 im Rahmen der Weltausstellung Expo passend zum Thema „Nachhaltige Stadtentwicklung“ in Hamburgs Partnerstadt Shanghai errichtet wurde, ist das erste zertifizierte Passivhaus Chinas und speziell an die klimatischen Bedingungen Shanghais angepasst. Daher durfte es nach der Expo stehen bleiben und wird nun als Bürogebäude genutzt. Es steht in einem abgesteckten Bereich, der im Rahmen der Expo speziell für Bauprojekte gedacht war, die beispielhaft für optimale Lösungen hinsichtlich der Stadtplanung gezeigt werden sollten. Hamburg ist die einzige deutsche Stadt, die hier wie 58 weitere Länder ein eigenes Bauprojekt verwirklichen durfte.

In Anlehnung an ein Gebäude in der Hamburger Hafencity entstand das Hamburg House in Shanghai, dessen Wärmebedarf vor allem durch Sonne, Mensch oder Haushaltsgeräte, also passive Wärmequellen, gedeckt wird. Weitere Energie, die zum Bewohnen des Gebäudes nötig ist, wird zu 80 Prozent durch eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Hauses gewonnen. Eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für genügend Frischluftzufuhr.

Während der Weltausstellung konnten die Besucher des Hamburg House sich nicht nur über dessen Funktionsweise informieren, sondern auch viele Wiessenswertes über die Freie und Hansestadt Hamburg im fernen Deutschland erfahren. Dabei wurde vor allem eine Gemeinsamkeit der beiden Partnerstädte unterstrichen: Die Nähe zum Wasser. Hervorgehoben wurden außerdem die Verbindungen Hamburgs zu China sowie die lebenswerten Seiten der norddeutschen Hafenstadt.

Das Motto der Expo „Better City, Better Life“ wurde im Hamburg House folgendermaßen umgesetzt: Das Bewusstsein für ökologisches Bauen und die klimafreundliche Nutzung von Gebäuden ist in China noch nicht so weit entwickelt wie hierzulande, daher führte der sogenannte Baum der Wünsche, eine dreidimensionale Konstruktion, die Besucher durch das Passivhaus und die darin befindliche Ausstellung zum Thema „Nachhaltige Stadtentwicklung und klimaschonendes Bauen“ und ermunterte sie, Wünsche und Visionen zu formulieren, um ihre Stadt lebenswerter zu gestalten. Im Rahmen von China Time wurden die Ergebnisse noch im selben Jahr präsentiert.